Eigentlich würde man sich keine Gedanken darum machen, was Algorithmen mit Biologie zu tun haben. Wenn man allerdings beachtet, dass Algorithmen nichts anderes versuchen, als unser Verhalten zu analysieren, zu imitieren und zu reproduzieren, so erkennt man, dass sie mit einigen biologischen Komponenten arbeiten. In diesem Artikel erklären wir, wie ein Algorithmus mit der menschlichen Biologie zusammenwirkt – und was Social Media damit zu tun hat.

Wie nutzen Algorithmen unsere Gewohnheiten?

Ein Algorithmus ist ein super komplexes Programm, das relativ einfach geschrieben ist. Einfach, aus dem Grund, weil das Verhalten des Menschens widergespiegelt werden soll. Denn der Mensch ist vor allem eines: ein Gewohnheitstier. Das heisst, sobald der Algorithmus eine Gewohnheit ermittelt hat, kann er anfangen, uns entsprechende Inhalte, Themen oder Informationen so zuzuspielen, dass es für uns äusserst bequem und attraktiv ist, denn wir müssen nicht aus unserer Komfortzone heraus. Die Gefahr besteht allerdings, dass man dadurch vielleicht immer nur ähnliche Inhalte konsumiert und so seinen Horizont nicht erweitert.

Was haben Algorithmen mit Hormonen zu tun?

Dopamin ist ein Belohnungsenzym. Es ist ein Botenstoff, der verantwortlich für die Informationsübermittlung in unserem Körper ist. Das heisst, wenn man etwas sieht, dass spannend ist, nimmt der Körper diese Information viel schneller auf.
Dinge, die begeistern, die etwas Neues zeigen, wie zum Beispiel ein Flackern oder ein schnell geschnittener Film, liebt der Körper – und er will mehr davon. Das heisst, Menschen sind unter anderem Dopamin-Junkies. Denn solange wir Dopamin produzieren, ist unser Körper glücklich.

Jetzt gibt es gewisse Systeme, die uns Dopamin abhängig machen, da sie uns immer etwas Neues zu spielen: zum Beispiel Social Media Plattformen. Doch was hat das nun mit Oxytocin zu tun? Oxytocin ist ein Enzym, das bei der Geburt zwischen Mutter und Kind produziert wird. Es ist eine Art ‘Kuschel-Vertrauenshormon’ und ist zuständig für das Gefühl von Bindung und Nähe. Aus der Forschung weiss man, dass es gewisse Verbindungen zwischen Oxytocin und Dopamin gibt. Vor allem, wenn es darum geht, dass eine gewisse Gewohnheit entsteht. 

Die Kombination macht’s aus

In der Kombination sind diese zwei Hormone extrem mächtig. Wenn nämlich zum einen Dopamin ausgelöst werden kann, und zum anderen Oxytocin gefördert werden kann, dann ist das eine Art Jackpot. Der Mensch kann sich dem nämlich nur sehr schwer entziehen. Denn wir alle wollen Stimulation und Geborgenheit, zumindest bis zu einem gewissen Grad. 

Es ist ausserdem bezeichnend, dass sehr viele Biologen, Historiker, Chemiker, Physiker und Mathematiker bei IT-Unternehmen arbeiten. Denn Algorithmen sind nicht einfach etwas, dass man programmiert. Einen Algorithmus muss man konzipieren, erschaffen und testen. 

Und was hat das mit Social Media zu tun?

Es ist Wahnsinn, dass unser biologisches Verhalten durch ein digitales Gerät hervorgerufen werden kann. Somit nutzen Social Media Plattformen unter anderem Algorithmen, um unsere Gewohnheiten zu analysieren und uns passende Inhalte zuspielen zu können. So stellen sie sicher, dass wir auf der Plattform bleiben – denn uns gefällt der Content, den wir sehen. Mit diesem Verfahren generieren sie auch eine gewisse Bindung. Der Algorithmus trägt also dazu bei, dass diese zwei Hormone ausgeschüttet werden, was zu einer Beziehung, und teilweise auch zur Abhängigkeit, zu Social Media Plattformen führen kann. Das Auslösen biologischen Verhaltens macht die Verwendung von Algorithmen also äusserst wertvoll.

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