Die Art und Weise, wie Inhalte im digitalen Raum wahrgenommen werden, verändert sich rasant. Mit dem Aufkommen von Large Language Models (LLMs) wie ChatGPT, Google AI Overviews und Perplexity müssen Unternehmen ihre Strategien zur Online-Sichtbarkeit neu bewerten. Eine aktuelle Analyse von blinq, die 70.000 LLM-Antworten untersucht hat, liefert aufschlussreiche Erkenntnisse darüber, welche Quellen von diesen KI-Systemen bevorzugt zitiert werden.
Die bevorzugten Quellen der LLMs
Die Studie zeigt deutlich, dass Corporate Websites (einschliesslich Unternehmensblogs und offizieller Seiten) mit einem Anteil von 51,5 % die wichtigste Quelle für LLMs darstellen. Dies unterstreicht die anhaltende Bedeutung von Owned Content für die Etablierung von Autorität und Glaubwürdigkeit im digitalen Raum.
Weitere wichtige Quellen sind:
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Review-Medien: 13,3%
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Fachpresse: 10%
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User Generated Content (UGC): 10%
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News-Seiten: 8,9%
Die Rolle von Social Media und spezifischen Plattformen
Besonders interessant ist die signifikante Rolle von Social Media. Über 35% der meistzitierten URLs stammen aus sozialen Netzwerken. Hierbei führen Reddit (15,3 %) und YouTube (14,3 %) das Ranking an, gefolgt von LinkedIn mit 6,1 %. Dies deutet darauf hin, dass LLMs gezielt nach authentischen Erfahrungen und Dialogen suchen, die in diesen Kanälen stattfinden.
Bei den News-Seiten werden vor allem Wirtschafts- und Tech-Publisher wie Chip (34,2 %), Utopia (10,7 %) und WELT (9,8 %) häufig zitiert. Im Bereich der Review- und Testplattformen sind Kununu, Öko-Test, StepStone, Idealo und Test.de besonders relevant.
Strategische Implikationen für Unternehmen
Julian Gottke, Gründer von blinq, fasst die Entwicklung prägnant zusammen:
„ChatGPT und Co. verändern Sichtbarkeit grundlegend. Unternehmen müssen umdenken. Wer relevant bleiben will, muss dort stattfinden, wo KI ihre Informationen bezieht. Entscheidend sind eine saubere technische Basis und der Aufbau von Autorität durch konsistente, zielgerichtete Kommunikationsarbeit.“
Für Unternehmen bedeutet dies, dass eine konsistente Kommunikationsstrategie über verschiedene Kanäle hinweg unerlässlich ist. Dies umfasst Corporate Content, Beiträge in der Fachpresse, die aktive Beteiligung an UGC-Plattformen und die Präsenz auf Testportalen. Ziel ist es, ein einheitliches und glaubwürdiges Bild der eigenen Leistungen und Produkte zu vermitteln, auf das LLMs an verschiedenen Touchpoints zugreifen können.
Darüber hinaus gewinnen Generative Engine Optimization (GEO)-Techniken, insbesondere die Nutzung von Grounding Pages, zunehmend an Bedeutung. Diese dienen als technische Ergänzung, um die Sichtbarkeit im Zeitalter der KI zu optimieren.
Was bedeutet das nun?
Die blinq-Analyse verdeutlicht, dass die Zukunft der Online-Sichtbarkeit eng mit der Art und Weise verknüpft ist, wie LLMs Informationen verarbeiten und zitieren. Unternehmen, die ihre Inhalte strategisch aufbereiten und über die von KI bevorzugten Kanäle verbreiten, werden langfristig erfolgreich sein. Es ist an der Zeit, die eigene Content-Strategie an diese neuen Realitäten anzupassen und die Chancen der KI-gesteuerten Suche optimal zu nutzen.







